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Der Tourismus auf der Lenzerheide...
Es wird thematisiert:
Die Rolle von Lenzerheide Tourismus gegenüber
ihren hundehaltenden Gästen, die Arroganz,
welche
derzeit in vielen Bereichen wieder ihre Blüten
treibt und mit den Vierbeinern in diesem Fall
einmal nichts zu tun hat. Es wird
aufgezeigt, wer das Geld in die Region
bringt und zum Wohlstand beiträgt. Und
dass man als Investor in Grund und Boden ausser der
Steuer- und der Kurtaxenrechnung
nichts bekommt.
Die Zeiten werden härter, auch auf der
Lenzerheide. Auf dem Ticker fällt der EUR zum
CHF weiter, d.h. für die Gäste aus dem Ausland werden Ferien
in der Schweiz noch teurer und die Wirtschaftsaussichten sind
alles andere als rosig, auch wenn man vorderhand
noch zu beschwichtigen versucht. Hier kommt der
grosse Fall erst noch.
Aus dieser Optik betrachtet wunderbare Vorgaben,
um sich nun noch mit den langjährigen
Stammgästen anzulegen.
Die
«Friss oder stirb» Mentalität gegenüber den
betroffenen Gästen, ausgedrückt von einer
Tourismusgemeinde, in der die Einheimischen
wahrscheinlich schon längst eine Minderheit
gegenüber den Zweitwohnungsbesitzer und
sonstigen Investoren darstellen, ist deplaziert.
Mehrheitlich Fremde bringen das Geld und sind
die Investoren in vielen Liegenschaften. Dabei geht es nicht um die Herabsetzung
der einheimischen Bevölkerung, aber es war ein
Teil dieser, welche, auch von Profitgier
getrieben, ihren einheimischen Boden den
In- und ausländischen Investoren verkauften und
sich somit in eine gewisse Abhängigkeit begaben,
auch wenn viele das heute noch nicht wahrhaben
wollen. Bevor verstaatlicht
wird, gilt im Kapitalismus immer noch das
Gesetz: «wer zahlt befiehlt». Ganz so hart muss
es nicht vollzogen werden, jedoch müssen wir
darauf bestehen, dass auch wir
nach unseren Wünschen und Vorstellungen gefragt
werden.
Gino Bläsi zeigt sich besorgt um gutes Image
Gino Bläsi, Präsident von Lenzerheide Tourismus,
beklagt sich als "Gast der Woche“ im Novitats
vom 6. Februar 2009 darüber, dass die
Lenzerheide nicht mehr Weltklasse ist (war sie
es je überhaupt?). Dass sich der Erfolg der
Gemeinde derzeit eher am Quadratmeterpreis einer
Immobilie misst, wie Gino Bläsi erwähnt, dafür
sind die Einheimischen in erster Linie selbst
verantwortlich. Die Profitgier führte dazu, dass
dieser zur Richtschnur wurde, anstatt dass man
auf die Bedürfnisse und Wünsche der langjährigen
Gäste einging. Diese werden in manchen Belangen
als Zahlstelle betrachtet.

Dass sich der Präsident von Lenzerheide
Tourismus Sorgen macht, ist berechtigt. Die
Wirtschaftskrise wird auf der Lenzerheide noch
ihre Spuren hinterlassen. Aber statt Trübsal zu
blasen, wäre es besser, man würde sich einmal
Gedanken darüber machen, was denn die Wünsche
und Anliegen der langjährigen
Ferienwohnungsbesitzer sind. Es gäbe viele
Möglichkeiten, wie man ihnen zeigen könnte, dass
man sie immer wieder aufs neue herzlich
willkommen heisst.
Es ist nicht verständlich, dass Einheimische
eine lokale Saisonkarte bekommen (der
vergünstigte Bezugspreis wird ihnen auch nicht
abgesprochen), während Stammgäste mit einer
unsinnigen und teuren überregionalen Top Card
abgespeist werden. Die langjährigen Stammgäste
werden älter und haben andere Bedürfnisse, als
sich jeden Tag mit dem Auto in einen anderen
Kantonsteil zu begeben, um dort Skifahren zu
können. Dazu genügt vielfach auch nur die
West-Talseite der Lenzerheide. Dafür gemütlich
und mit einer Einkehr in einem Restaurant im
Skigebiet. Wieso also nicht maßgeschneiderte
lokale Skipässe, die man zudem bequem übers
Internet kaufen könnte? Es gäbe zudem noch
weitere Beispiele.
Wo war der Präsident von Lenzerheide Tourismus,
als die unsäglich schikanöse Leinenpflicht auf
dem Heidsee eingeführt wurde? Damit hat die
Region bei einem grossen Gästekreis sehr viel
Goodwill verspielt. Das Image der Ferienregion
Lenzerheide ist bei den Hundehaltern stark
angekratzt und der Zorn gegen die Region sitzt
tief, wie man auch den vielen Gästebucheinträgen
entnehmen kann. Wahrscheinlich war man sich
nicht bewusst, welche Wirkung eine Kampagne auf
dem Internet zeigen kann. Die schikanöse
Leinenpflicht auf dem Heidsee aufzuheben, wäre
eine der Möglichkeiten, um das Image des Ortes
wieder zu verbessern, auch wenn das seine Zeit
dauern würde.
Gino Bläsi hat Recht, dass die Konkurrenz
anderer Ferienorte nicht schläft. Er soll sich
einmal im Ausland umsehen, wie man dort
Hundehalter herzlich willkommen heisst. Dazu
braucht es keine 5-Sterne Hotels im Ort, sondern
einfach guten Willen. In dieser Beziehung ist
die Ferienregion Lenzerheide derzeit ins tiefe
Steinzeitalter zurückgefallen. Vielleicht
braucht es in der Region erst eine tiefe Krise.
Man lernt offenbar nur pathologisch. Wer nicht
hören will, muss fühlen. Wie traurig!
«Wir sind die auswärtigen Milchkühe von La Punt»
Im
Tages-Anzeiger vom 18. Januar 2010 findet
sich ein interessanter Artikel, der sich dem
Thema der auszunehmenden Unterländer
Zweitwohnungsbesitzer widmet. Das erwähnte
Beispiel von La Punt im Engadin, könnte aber
ebenso gut auf die Region Lenzerheide/Valbella
zutreffen.
Auszugsweise:
«Wir sind anzahlmässig und finanziell die
wichtigsten Gäste, aber man behandelt uns am
miesesten», empört sich Hintermann und führt ein
weiteres Beispiel an. So erhält jeder Gast des
Hotels Krone ab der dritten Nacht ein Gratisabo
für die Bergbahnen. Doch für die langjährigen
Zweitwohnungsbesitzer gibt es nichts
dergleichen.
Nun ja, der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.
Man muss den Berglern nicht drohen, sondern
Tatsachen schaffen, so wie es in der Politik
und Wirtschaft derzeit gang und gäbe ist...
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