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Lenzerheide: kein Ort für Vierbeiner... |
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Wer seinen Hund liebt, der nimmt ihn auch mit in
die Ferien. Das war jahrzehntelang auch kein
Problem auf der Lenzerheide. Nun ist aber
Schluss mit lustig, vorbei die Zeit wo sich
Mensch und Hund wohlfühlten.
Die Tourismus- und
Ferienregion Lenzerheide/Valbella (Graubünden/Schweiz),
ein bei Hundehaltern beliebtes
Feriengebiet, mit einem im Winter grossflächig
begehbaren See, verärgert und schikaniert mit der
neu eingeführten Leinenpflicht eine grosse
Gruppe der Hundehalter (Stamm- und Tagesgäste, sowie
Einheimische) massiv und sorgt damit im In- und Ausland
für Negativschlagzeilen. Es zeugt einmal mehr
von Arroganz, wenn
hundehassende und profilierungssüchtige Lokalpolitiker in einem
Schildbürgerstreich einer grossen Gästegruppe die Leinenpflicht auf dem
im Winter gefrorenen und begehbaren Heidsee aufzwingt, die
im Vernehmlassungsentwurf zum Polizeigesetz,
nicht enthalten war.
Es sind keine Tatsachen
bekannt, die dafür sprechen, dass auf dem
Heidsee eine
objektive Gefahr für Menschen durch freilaufende
Hunde besteht, die deshalb auch die
Einschränkung tierschutzrechtlicher Belange
rechtfertigen würde.

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Ferienregion Lenzerheide:
kein Ort für Hunde - no place for dogs!
Weder hat man die
notwendige Sensibilität für eine vom Tourismus
lebende Region gezeigt, geschweige dass man die
hundehaltenden Einheimischen und Gäste vorgängig
nach ihren Bedürfnissen gefragt hat. Man muss
schon mit einer gehörigen Portion Dummheit
gesegnet sein, dass man einer grossen
Gästegruppe ein Eldorado wegnimmt, anstatt dass
man es versteht, das
Privileg einer so schönen Seefläche, touristisch
optimal für alle Gruppen auszunützen.
Ignoriert
wird auch, dass der verantwortungsbewusste
Halter gegenüber seinem anvertrauten Hund in der
Pflicht zum eidg. Tierschutzgesetz steht,
welches eine artgerechte Haltung vorschreibt.
Dieser Aufgabe gerecht zu werden, in einer
Ferienregion, die durch verschiedene
Vorschriften, den notwendigen Freiraum, gerade
im Winterhalbjahr, massiv einschränkt, ist nicht
gerade einfach und vergällt jedem hundehaltenden
Feriengast die Ferienfreude. Ferien mit Hund auf der
Lenzerheide - so nicht!
Unverständlich für eine
Tourismusregion, die stets betont, ihr seien
alle Gäste willkommen,
eine faktisch totale Leinenpflicht in einem
Grossteil der Ortsfraktionen zu verfügen.
Dem Image ist es garantiert abträglich und man setzt damit
auch wirtschaftlich einiges aufs Spiel.
Besonders stossend ist der Einbezug auf das
gesamte Info: Es sei ausdrücklich der See ebenfalls mit eingeschlossen, unabhängig der Jahreszeit.
Ins Wasser darf der Hund daher auch nur angeleint!
Heidsee-Areal und somit auf die im Winter
begehbare Seefläche. Besonders im Winter ist die Situation mit dem
neuen Gesetz für Hundehalter schwierig, denn die
Gemeinde verfügt über sechs Wildruhezonen, die
beidseits des Tals den notwendigen Freiraum noch
weiter einschränken.
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Das
Polizeigesetz
vom 30.11.2008 der Gemeinde
Vaz/Obervaz enthält im Art. 21, Abs. 3 eine
sehr restriktive und überzogen weitgehende
Leinenpflicht, die das
umfasst.
Die Missachtung der Leinenpflicht
wird als Übertretung mit einer
Ordnungsbusse
von 100 CHF geahndet (Ordnungsbussenliste, Art. 2-m).
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Der Vernehmlassungsentwurf zum neuen
Polizeigesetz enthielt eine moderat formulierte
Leinenpflicht.
Verantwortlich für den losgetretenen grossen Unmut
und den Protest zeichnet sich die CVP, die durch
Adelina Rischatsch, Vaz/Obervaz, für eine
massive Verschärfung der Leinenpflicht gegenüber
der Ursprungsfassung, gesorgt hat.
Es ist davon auszugehen, dass diejenigen, welche
den Vernehmlassungsentwurf ausgearbeitet haben,
wussten was angemessen ist. Dass sich aber
der Gemeinderat mit 7 zu 6 und gegen den Willen
des Gemeindevorstands, von dem CVP-Antrag
bodigen liess, lässt nur ein Kopfschütteln übrig. Es
macht den Anschein, als dass man keine
Nasenlänge weit über die Konsequenzen
nachdachte und die persönliche Meinung wichtiger
hielt. Da waren die Churer
Entscheidungsträger wesentlich intelligenter.
Dort wurde nämlich der Antrag zur Leinenpflicht
des CVP-Mitglieds Luca Tenchio,
niedergeschmettert.
Es ist zur
Selbstverständlichkeit geworden, dass Hühner und Kühe
freien Auslauf haben. Indes verärgert man die
Hundehalter (Gäste und Einheimische) mit einer
unüberlegten, unverhältnismässigen und zudem schwierig
kontrollierbaren Verordnung, welche die
Urheber überhaupt nicht zu Ende gedacht
haben. Die Hundehalter solidarisieren sich
und werden diese Willkür nicht
einfach so hinnehmen, denn «schlafende Hunde
weckt man besser nicht».
Während
sich in früheren Jahren Hundehalter,
Langläufer und Spaziergänger problemlos die Wege
kreuzten, gilt nicht nur zwischen den Orten
Valbella und Lenzerheide, sondern rund um und auf dem
im Winter begehbaren See, Leinenpflicht!
Kein freies herumtrollen der lauffreudigen Hunde untereinander
um etwas Dampf abzulassen, kein Ballspiel, kein
Stockwerfen mehr mit dem Vierbeiner usw. Das
bringt aber Probleme mit sich, weil sich die
Hunde untereinander und mit Personen nicht
sozialisieren können. Der Hund kann nur richtig
reagieren und sich richtig verhalten, wenn er
das täglich immer wieder aufs neue üben und
erleben kann, was an einer Leine nicht möglich
ist Das führt zu mehr
aggressivem
Info: Dazu wird auf die umfangreiche Fachliteratur verwiesen.
Verhalten und
wenn sie dann einmal abgeleint sind, werden sich
die Vierbeiner kaum mehr zurückhalten. Sie
wollen und müssen ihren Stress abbauen und
suchen sich artgerecht ihren notwendigen
Freiraum.
Im Internet wird man umfassend
fündig zu den fachlich einschlägigen
Empfehlungen von Behörden, Organisationen und
Verbänden zum Thema Leinenpflicht (im globalen
Kontext zur Kampfhundeproblematik). Allgemein
übereinstimmend wird eine übermässig ausgedehnte
Leinenpflicht als nicht angemessen und auch als
nicht durchsetzbar bezeichnet. Es gelte zudem
das Verhältnismässigkeitprinzip zu beachten.
Dabei lohnt sich auch einen Blick auf andere
Gemeinden zu werfen, wie die das Thema
handhaben. Die Landschaft Davos , St. Moritz
oder auch der Kanton Zürich (mit neuem
Hundegesetz) sind nicht annähernd so restriktiv
wie die Lenzerheide. Man fragt sich, wo die
Professionalität im Gemeinderat von Vaz/Obervaz
anlässlich der Beratung geblieben ist? Hätte man
sich vorgängig sachverständig mit dem Thema
befasst und nicht einfach überhastet einen
Gemeinderatsantrag im Schnellschuss abgehandelt,
so wäre nie und nimmer ein derartiger
unverhältnismässiger Gesetzestext entstanden,
der eine nicht unbedeutende Anzahl Gäste
schikaniert, auf die die Region wirtschaftlich
angewiesen ist.
Profilierungssüchtige Lokalpolitiker haben mit
dieser wohl kaum zu Ende gedachten Massnahme dem
Image der Ferienregion Lenzerheide/Valbella
Schaden zugefügt. Wieso soll ein Feriengast mit
Hund auf der Lenzerheide noch Ferien verbringen,
wenn er mit seinem Vierbeiner gegenüber dem
gewohnten Alltagsleben, behindert wird? Wirklich
schade um das schöne und weiträumige Hochtal, wo
sich bei gutem Willen, auch die Interessen der
hundehaltenden Einheimischen und Feriengästen,
konfliktfrei arrangieren liesse.
Scheinbar
hat man aus früheren «Erneuerungen», welche sich ebenfalls
gegen eine Gästegruppe richtete, nichts gelernt.
Geht es jedoch ums Marketing, sind die Hunde
dienlich. So wird das Schlittenhunderennen,
welches jeweils im Januar auf dem Heidsee
stattfindet, als einen «Saisonhöhepunkt in
Lenzerheide» bezeichnet.
Hoteliers, die ihr Hotel mit dem Prädikat
«Hunde willkommen»
auszeichnen, sollten sich überlegen
wie sie dies in Einklang bringen mit einer
Umgebung, die für eine nicht zu unterschätze
Gruppe potentieller Gäste das Attribut
«Hunde unfreundlich» trägt. Ferien sind zum
erholen und geniessen da und nicht, um sich und
seinen Hund zu stressen.
543 Stimmbürger von Vaz/Obervaz (als Gastgeber
der
Ferienregion Lenzerheide) haben dem, an sich
unbestrittenen, neuen Polizeigesetz zugestimmt
und zwingen damit (ungewollt?) einer grossen
Gruppe von Feriengästen und Einheimischen auf,
dass sie ihre Hunde weiträumig nur noch an
der Leine ausführen können. Fairerweise muss
jedoch betont werden, dass ihnen dieses
stinkende Ei
von einer knappen Mehrheit des Gemeinderates ins Nest gelegt wurde.
Daher
erstaunt es auch nicht, dass es Stimmen gibt,
die meinen, dass vielen gar nicht bewusst war,
welche Lawine damit inzwischen losgetreten wurde,
denn der Aufschrei unter den Hundehaltern ist
sehr gross. Anstelle einer
wohlüberlegten und gebietsmässig punktuell klug
definierten Leinenpflicht (wie dies mehrheitlich
anderweitig angewandt wird), die dann auch von
einer Mehrheit von Hundehalter verständnisvoll
akzeptiert werden kann, wird die verordnete
Leinenpflicht unverhältnismässig weit ausgedehnt.
Wie ein
Gästebuchbeitrag treffend erwähnt,
kann sich die Ferienregion Lenzerheide/ Valbella
derzeit (noch) glücklich schätzen, eine
grosse Gruppe von hundehaltenden Tages- und
Stammgästen in arroganter Art und Weise vor den Kopf
zu stossen. Die
Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise werden die
Verantwortlichen schnell auf den Boden der
Tatsachen zurückholen. Dazu kommen nun noch die
selbstverursachten wirtschaftlichen Konsequenzen aus der Schikane
gegen die Hundehalter, für die diese schikanöse
Leinenpflicht auf dem Heidsee ein grosser Verlust an Lebensqualität bedeutet. Diese suchen sich im In-
oder Ausland andere
Orte, wo sie mit ihren Hunden herzlich
willkommen sind. Es ist jedem hundehaltenden
Zweitwohnungsbesitzer unbenommen selbst zu
bestimmen, ob er den Handel und das
einheimische Gewerbe der Region, welche ihm die
Ferienfreude nimmt, wirtschaftlich noch berücksichtigen
will. Partnerschaft bedeutet Geben und Nehmen und muss für beide
Seiten ausgewogen sein. Diejenigen, welche das
negieren, werden die Konsequenzen verantworten
müssen.
Die derzeitigen Diskussionen um kalte und warme
Betten enthalten somit noch einen weiteren
Begriff, nämlich den der «lauwarmen Betten».
Damit sind die Ferienwohnungen gemeint, die wie
bis anhin benutzt werden, deren Besitzer
(Hundehalter) das Geld für den Konsum und
sonstige Investitionen jedoch bewusst ausserhalb
der Ferienregion ausgeben. Niemand braucht
diejenigen noch zu belohnen, welche einem
«Ferienschikanen» auferlegen...
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